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doi:10.22028/D291-47086 | Titel: | Untersuchungen zum Ersatzinfinitiv im Verbalkomplex der rhein- und moselfränkischen Dialekte des Saarlandes |
| VerfasserIn: | Diener, Jennifer Kerstin |
| Sprache: | Deutsch |
| Erscheinungsjahr: | 2026 |
| DDC-Sachgruppe: | 400 Sprache, Linguistik 430 Deutsch |
| Dokumenttyp: | Dissertation |
| Abstract: | Die Dissertation untersucht die Abfolgevariation der Ersatzinfinitivkonstruktion vor allem im dreigliedrigen Verbalkomplex der rhein- und moselfränkischen Dialekten des Saarlandes im Vergleich zum Standarddeutschen. Die Ergebnisse stützen sich dabei auf eine Methodentriangulation aus explorativen Fragebogenuntersuchungen, systematischen Experimenten mit gezielten Hypothesen und Korpusdaten. Während sich in den Untersuchungen zum Standard die Abfolge 1-3-2 („hat lesen müssen“) als einzig klar akzeptierte IPP-Variante erweist, zeigt der Dialekt gerade in dieser Konstruktion ein erhebliches Maß an Variation: Neben 1-3-2 („hat lesen müssen“) ist insbesondere 1-2-3 („hat müssen lesen“) in Produktionsdaten fest etabliert und wird in Akzeptabilitätsurteilen häufig sogar präferiert. In Abgrenzung zu anderen Konstruktionen wie etwa Futur oder Partizipialkonstruktionen erweist sich als charakteristisch für IPP weniger die Abfolge 1-3-2 (z.B. auch „wird lesen müssen“) als vielmehr der systematische Ausschluss von 3-2-1 (z.B. „gelesen haben muss“), die in den anderen Konstruktionen dominiert. Die Analyse einzelner Verben zeigt deutliche Unterschiede: Sowohl im Untersuchungsgebiet als auch im Standarddeutschen weist „müssen“ obligatorischen IPP-Charakter auf, während „helfen“ kein IPP-Verb darstellt. Letzteres steht für das Standarddeutsche im Widerspruch zum in der Literatur beschriebenen optionalen IPP-Charakter von Benefaktiven. Prosodische Faktoren und Fokus als informationsstrukturelle Kategorie erklären die Variation zwischen 1-3-2 und 1-2-3 im Saarland nicht systematisch. Theoretisch entwickelt die Arbeit ein derivationelles Modell, das von einer kopffinalen Grundstruktur in der Basisabfolge 3-2-1 ausgeht und die beobachtete Variation unter Berücksichtigung der Positionen von nicht-verbalen Intervenierern (1-X-2, 1-2-X-3 und 1-X-3-2) durch iterative Rechtsadjunktionen und Reanalyseprozesse ableitet. |
| Link zu diesem Datensatz: | urn:nbn:de:bsz:291--ds-470860 hdl:20.500.11880/41278 http://dx.doi.org/10.22028/D291-47086 |
| Erstgutachter: | Reich, Ingo |
| Tag der mündlichen Prüfung: | 19-Feb-2026 |
| Datum des Eintrags: | 6-Mär-2026 |
| Fakultät: | P - Philosophische Fakultät |
| Fachrichtung: | P - Germanistik |
| Professur: | P - Prof. Dr. Ingo Reich |
| Sammlung: | SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes |
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